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[ » ah nachrichten für die Landwirschaft » Bio » Bio-Österreich ]
Donnerstag, 17.05.2012
Bio | 06.02.2012 Redaktion agrarheute.com

Vermarktungsmisere: Bio Austria in der Krise

Wien - Zu wenig Geld für das bereits gelieferte Getreide: Mit dieser Situation sehen sich österreichische Biobauern derzeit konfrontiert. Der Bioverband ist offenbar mit verantwortlich für die Misere.
Ein Liquiditätsengpass führt möglicherweise dazu, dass österreichische Biobauern zu wenig Geld für ihr bereits geliefertes Getreide erhalten.© oekolandbau.de
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Ein Liquiditätsengpass führt möglicherweise dazu, dass österreichische Biobauern zu wenig Geld für ihr bereits geliefertes Getreide erhalten.
© oekolandbau.de
Die Anbauer von Biogetreide in Österreich sehen sich wieder einmal damit konfrontiert, dass sie Getreide abgeliefert haben, für das sie wahrscheinlich einen Teil des ihnen vertraglich zugesicherten Geldes nicht erhalten werden. Der Grund dafür ist die neuerliche finanzielle Schieflage des Vermarktungspartners Bio-Qualitätsgetreide GmbH (BQG). Zwar wollten die Biobauern endlich wieder in ein ruhigeres Fahrwasser gelangen, doch hinter den Kulissen gehen weiter die Wogen hoch.

Es fehlt an Liquidität

Im Jahr 2010 hatte die Agentur für Biogetreide für Schlagzeilen gesorgt, als sie kurz vor der Ernte ihre Zahlungsunfähigkeit bekanntgeben musste; mittlerweile ist die Gesellschaft längst in Konkurs. Nun fehlt es offenbar auch dem Nachfolgeunternehmen BQG an Liquidität. So sollen einige Lieferanten dazu aufgefordert worden sein, bereits ausbezahlte Beträge an die BQG zurückzuüberweisen. Die Liquiditätsprobleme der BQG waren bereits im vergangenen Herbst über ein Rundschreiben an die Mitglieder von Bio Austria publik gemacht worden. Als Begründung wurde angeführt, dass Qualitätsprobleme bei Lagerhaltern im Ausmaß von 750.000 Euro teilweise im Rechtsstreit geklärt werden müssten. Allerdings wurden die wirtschaftlichen Probleme des Unternehmens bis zuletzt heruntergespielt.

Zorn richtet sich gegen eigenen Verband
 
Besonders brisant an dem Fall ist die Tatsache, dass die beiden Bio-Austria-Landesverbände von Niederösterreich und Burgenland zu 51 Prozent an der BQG beteiligt sind. Damit richtet sich der Zorn der geschädigten Biobauern in erster Linie gegen den eigenen Verband. Vor allem Bio Austria Niederösterreich hatte immer wieder vorgeben, die Interessen der Landwirte zu vertreten, die 2010 bei der Pleite der Agentur für Biogetreide geschädigt worden waren; nun ist der Verband offenbar mitverantwortlich für die aktuelle Misere.
 
Auf besonderes Unverständnis stößt die Tatsache, dass es der BQG nicht gelungen ist, sich von Personen aus der Zeit vor der ersten Pleite der Agentur für Biogetreide zu trennen. Mittlerweile wurde der Obmann von Bio Austria Niederösterreich, Karl Erlach, de facto entmachtet. Damit soll, wie es heißt, eine unverhohlen angedrohte Abspaltung der Ackerbauern aus dem Bioverband abgewendet werden. Zudem weigern sich etliche Getreidebauern, ihre Mitgliedsbeiträge zu leisten, solange die Vorkommnisse nicht eindeutig aufgeklärt sind.
 
Der Bundesverband Bio Austria stand im Sommer vergangenen Jahres zwar dem Einstieg seiner beiden unabhängigen Landesverbände in die Vermarktung skeptisch gegenüber, hatte aber keinen direkten Einfluss darauf. Ende Dezember 2011 hatte Bio Austria selbst einen Brief an die Lieferanten der BQG verschickt und darin eine Mahnung an die neuen Eigentümer der BQG empfohlen.
 
Mehr Stabilität durch Firmeneinstiege
 
Im vergangenen Jahr wurde die leidige Problematik der Biogetreidevermarktung in Österreich durch den Einstieg der Raiffeisen Ware Austria und der Getreidehandelsfirma Fritz Mauthner etwas gemildert. Beide Unternehmen hatten große Mengen Biogetreide übernommen. Dies hat nach den Worten von Bio-Austria-Obmann Rudi Vierbauch dem Markt Stabilität gegeben.
AgE
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Keywords Agentur für Biogetreide | BQG | Bio | Bio Austria | Getreide | Getreidepreise | Liquidität | Vermarktung | Öko | Österreich
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