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[ » AGRARTECHNIK » Service » Archiv » 2011 » 12 » ITKAM ]
Donnerstag, 17.05.2012
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12 | 07.12.2011

Kongress „Italien: Innovation und Faszination" der Italienischen Handelskammer für Deutschland e.V.

Zahlreiche Besucher und große Aufmerksamkeit zog vor kurzem der Kongress auf sich, der unter dem Titel „Italien: Innovation und Faszination“ am Westhafen Pier in Frankfurt am Main veranstaltet wurde. Anlass war die Jubiläumsfeier zum 100-jährigen Bestehen der Italienischen Handelskammer für Deutschland e.V. (ITKAM), die auch die Veranstaltung organisierte. Der bilaterale Verein konzentriert sich insbesondere auf die Förderung von Wirtschafts- und Industriebeziehungen zwischen Italien und Deutschland.

 
Auch Luca Cordero di Montezemolo (Präsident von Ferrari) hat am Jubiläumskongress teilgenommen.
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Auch Luca Cordero di Montezemolo (Präsident von Ferrari) hat am Jubiläumskongress teilgenommen.
Namhafte Vertreter aus Politik und Wirtschaft tauschten sich zu diversen, aktuellen Themenbereichen über das italienische Wirtschafts- und Unternehmenssystem aus. Ein erneutes Vertrauen in Italien, die Unterstützung der Unternehmen im Hinblick auf ihre zunehmende Internationalisierung und die erforderlichen Mittel, um den kontinuierlichen Herausforderungen des europäischen Wettbewerbs gewachsen zu sein, waren einige der Hauptthemen.

Der Kongress wurde vom Botschafter der Italienischen Republik in Deutschland, Michele Valensise, eröffnet. Im Anschluss an seine Rede überreichte Stevie Kim der Messe Verona dem Botschafter die exklusive UNA-Weinflasche, die anlässlich des 150jährigen Bestehens Italiens produziert wurde und Wein aus Rebsorten aller 20 italienischen Regionen enthält.

In der folgenden Eröffnungsrede zählte Manlio La Loggia, Präsident der ITKAM, die wichtigsten Meilensteine in der Entwicklung und im Wachstum der Handelskammer zur Förderung der Zusammenarbeit zwischen italienischen und deutschen Unternehmen auf. „Wenngleich der zurückgelegte Weg von Erfolg zeugt“, erklärte Manlio La Loggia, „müssen wir mit Blick auf die Zukunft, angesichts der Herausforderungen, die die Turbulenzen auf dem europäischen und globalen Markt mit sich bringen, nicht nur zuversichtlich, sondern auch realistisch bleiben. Wenn wir den deutschen Markt mit seinen zunehmend wettbewerbsfähigen Unternehmen und seinen hoch konzentrierten Vertriebsstrukturen betrachten, müssen künftig unsere Anstrengungen dahin gehen, die Wettbewerbsfähigkeit der italienischen Unternehmen weiter zu stärken. Nur so können die technologischen Synergien zwischen Deutschland und Italien voll ausgeschöpft werden. Beide Länder werden daraus Vorteile ziehen und erfolgreich auf den Emerging Markets auftreten können.”

Die Rede von Luca Cordero di Montezemolo - des Ferrari-Präsidenten – hob die Bedeutung der Rolle der Italienischen Handelskammer für Deutschland und der Institutionen zur Förderung wichtiger italienischer Wirtschaftszweige im Ausland hervor. „Wir sind überzeugt“, bestätigt Montezemolo, „dass Italien über die Kompetenzen verfügt, in Europa eine wichtige Rolle einzunehmen und für seine Fähigkeiten Anerkennung zu finden. Ich nehme im Ausland ein immer stärkeres Interesse an Italien wahr: an unseren Produkten, unserer Kultur, unserer Geschichte, unseren Besonderheiten. Unsere Produkte“, führt Montezemolo weiter aus, „werden in der ganzen Welt geschätzt und sind das Ergebnis von Engagement, harter Arbeit und Kunstfertigkeit – typische Eigenschaften, die Italien bestens charakterisieren. Wir sind nach Deutschland ein wichtiges Land. Wir sind das Land mit der bedeutendsten Unternehmenstradition.“
Darüber hinaus hat Montezemolo auch die Bedeutung eines vereinten Europas hervorgehoben. „Ich gehöre einer Generation an“, schließt Montezemolo, „die an dieses Europa geglaubt hat und immer noch glaubt. Ich zweifle nicht an einem gemeinsamen Europa, das die Zukunft in den Mittelpunkt stellt.

Walter Ambrogi, Head of International Corporate & Investment Banking von Intesa Sanpaolo, eröffnete das erste Panel zum Thema "Innovationen aus Italien", in dem er sich mit der Schlüsselrolle befasste, die den Banken bei der Erschließung von Krediten und Wachstumsmöglichkeiten für neu gegründete Unternehmen zufällt. „Innovation“, erklärte Ambrogi, „ist neben der Ermittlung der geeigneten Unternehmensgröße zur Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit und der Einbeziehung der internationalen Märkte in die eigenen Wachstumsstrategien, eines der wichtigsten Ziele, die unsere Wirtschaft nach Kräften verfolgen muss. Gerade in der gegenwärtigen Zeit, da es für Italien darum geht, Vertrauen und Wohlwollen zurückzuerobern, ist Innovation von entscheidender Bedeutung. Intesa Sanpaolo“ – so Ambrogi – „hat eine Initiative eingeleitet, die herausragende, italienische Jungunternehmer sucht, die technologische Innovationen zu bieten haben. Mit dieser Initiative wollen wir sie in die Lage versetzen, zu wachsen und wettbewerbsfähig zu werden. Die ‚Intesa Sanpaolo StartUp Initiative’ hat in zwei Jahren über 1000 Jungunternehmen kontaktiert und analysiert. Davon haben über 200 die Möglichkeit bekommen, an von unserer Bank organisierten Workshops teilzunehmen. Über 160 Unternehmer haben sich mit potentiellen Investoren im Rahmen von 25 Geschäftstreffen in Italien, London, Paris, Frankfurt, Silicon Valley und New York getroffen. Alle diese Anstrengungen wurden unternommen, um innovative Unternehmer mit potentiellen Kreditgebern zusammenzubringen.“
„Innovation, die geeignete Unternehmensgröße und Internationalisierung“ sagte abschließend Ambrogi, „sind die drei Zauberworte, die es den Unternehmen unseres Landes ermöglichen, einerseits die Chancen zu nutzen, die sich in den aktuell äußerst komplexen Zeiten bieten, und andererseits dem Trend entgegenzuwirken, das vorhandene Potential Italiens ungenutzt zu lassen.”

Im Grußwort zum zweiten Panel ging Ernesto Perri, Vertreter des Ministeriums für Wirtschaftliche Entwicklung, insbesondere auf die Themenbereiche Solarenergie und Nachhaltigkeit ein.
Ingmar Wilhelm, Vizepräsident von Enel Green Power und Präsident von EPIA, gab dann einen Überblick über das Wachstum der Photovoltaikindustrie in Europa und weltweit sowie über die Perspektiven der beiden marktführenden Länder.
Francesco Guidetti, CEO von Innova Solar Energy, stellte die Herausforderungen für mittelständische Betriebe im europäischen Wettbewerb im Bereich “Concentrated Solar Power (CSP)” dar.
Zu diesem Thema nahm auch Gian Angelo Bellati, Direktor von Unioncamere Veneto, Stellung, der auf die Möglichkeiten einer umweltverträglichen und nachhaltigen Sanierung von Randgebieten und Industriebrachen einging, sowie Giuseppe Pasini, Präsident Feralpi Holding, der sich mit Nachhaltigkeit und Innovation befasste.

Im letzten Panel des Kongresses wurde die Notwendigkeit zum Ausdruck gebracht, die beiden italienischen "Zugpferde" im Ausland stärker herauszustellen, nämlich die Nahrungsmittelbranche und das Design.
Hierzu illustrierte Giandomenico Consalvo, Präsident des italienischen Verbands der Agrarwirtschaft Confagricoltura, wie wichtig es für seinen Verband sei, die Mitglieder bei ihrer Internationalisierung durch Projekte zu unterstützen, die einerseits den Export italienischer Landwirtschaftsprodukte und Lebensmittel fördern, andererseits aber auch Unternehmern der Agrar- bzw. Lebensmittelindustrie helfen, die Direktinvestitionen im Ausland planen.
Trotz Wirtschaftskrise sei der Export von Landwirtschaftsprodukten im Jahr 2010 um über 20 Prozent im Vergleich zu 2009 gestiegen, weshalb Consalvo von einer starken Aufnahmefähigkeit der ausländischen Märkte, wie auch des deutschen Marktes, ausgeht.
„Der deutsche Markt“, erklärte Consalvo, „ist im Bereich der landwirtschaftlichen Produkte bereits heute Exportmarkt Nummer 1 Italiens; Waren im Wert von fast 5,5 Milliarden Euro wurden Richtung Berlin exportiert, davon fast die Hälfte frisches und verarbeitetes Gemüse und Obst (über 1,5 Milliarden Euro) und Wein (ca. 850 Millionen Euro), die beiden Top-Seller unserer landwirtschaftlichen Produkte und Lebensmittel.”
„Wir wünschen heute der Italienischen Handelskammer für Deutschland,“ so Consalvo zum Abschluss, „sowie den italienischen Institutionen und der Politik und natürlich auch uns selbst, dass ein besonderes Augenmerk der Rationalisierung von Ressourcen geschenkt wird, die die Export- und Investitionsfähigkeit der Unternehmen im Ausland stärken, ausreichende finanzielle Mittel zur Verfügung stellen und Prioritäten bei Aktivitäten und Methodik setzen. Des Weiteren sollten wirksame Regelungen geschaffen und beachtet werden, die Unternehmen direkt unterstützen.”

Beiträge kamen auch von Persönlichkeiten wie Michele Valensise (Botschafter der italienischen Republik in Deutschland und Ehrenpräsident der ITKAM), Hans-Joachim Otto (Parlamentarischer Staatssekretär des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie), Pasquale Lamorte (Vizepräsident von Unioncamere Nazionale), Augusto Strianese (Präsident Assocamere Estero), Francesco Casoli (Präsident von Elica) und Andrea Zanlari (Präsident der CCIAA Parma und der INDIS Unioncamere).

Mit einigen abschließenden Überlegungen über Innovationen, die erforderlich sind, um auf den ausländischen Märkten zu bestehen, beendete Manlio La Loggia, Präsident der ITKAM, den Kongress und bedankte sich bei allen Rednern, Teilnehmern und Organisatoren. „Der heutige Tag“ so Manlio La Loggia „gab uns fundamentale Denkanstöße für die Zukunft der deutsch-italienischen Wirtschaftsbeziehungen sowie konkrete Impulse für einen konstruktiven Dialog im Hinblick auf die Entwicklung beider Länder. In Italien muss das Bewusstsein für Innovation wachsen“, erklärte abschließend La Loggia, „damit wir uns auf internationaler Ebene mit unserem technologischen Know-How behaupten können. Wenn die italienischen Unternehmen dieses Ziel beharrlich verfolgen, werden sie erfolgreiche und langfristige Geschäftsbeziehungen zu Deutschland, ihrem strategischen Partner, entwickeln können.”

Highlight der anschließenden Gala waren die gastronomischen Köstlichkeiten, die von der “Scuola Internazionale di Cucina Italiana” unter der Leitung von Gualtiero Marchesi bereitet und von einer Auswahl bester italienischer Weine begleitet wurden.


Zur Italienische Handelskammer für Deutschland:
Die Italienische Handelskammer für Deutschland e.V. (ITKAM) ist eine bilaterale Organisation zur Förderung der Wirtschaftsbeziehungen zwischen dem deutschen und italienischen Markt. 1911 von Unternehmen gegründet, ist die ITKAM ein eingetragener Verein nach deutschem Recht, vom italienischen Staat offiziell als Auslandshandelskammer anerkannt. Die ITKAM verfügt über Büros in Frankfurt, Berlin, Leipzig und Köln sowie zahlreiche Vertretungsbüros in Italien und Deutschland. Wir sind bilaterale Marktexperten und verfügen über weitreichende Erfahrungen von den traditionellen Branchen des „Made in Italy“ bis hin zu den innovativen High-Tech-Branchen: www.itkam.org.
 
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